Interferon-beta-Präparate:Gutes Nutzen-Risiko-Profil in der Basistherapie
Interferone sind Glykoproteine mit antiviralen und immunmodulatorischen Eigenschaften. Seit mehr als 20 Jahren sind die gentechnisch hergestellten Varianten der körpereigenen Fibroblasten-Interferone zur Therapie der Multiplen Sklerose (RRMS und teilweise SPMS) zugelassen. Mehrere Langzeitstudien belegen ihr gutes Nutzen-Risiko-Profil in der MS-Basistherapie.
Verschiedene Interferon-beta-Präparate zur Auswahl
Aktuell sind vier rekombinante Interferone auf dem Markt verfügbar:- Avonex®
- Betaferon®
- Extavia®
- Rebif®
Wirkung und Anwendungsrisiken
In den Zulassungsstudien wurde nachgewiesen, dass Interferon-beta modulierende Effekte auf pro-inflammatorische Zytokine vermittelt und phagozytierende Zellen in den Entzündungsherden reguliert. In den Zulassungsstudien wurde die Schubfrequenz um etwa 30 Prozent reduziert. Auch die Krankheitsaktivität, gemessen in der MRT, verringert sich ebenfalls. Verschiedene Vergleichsstudien, in denen die Präparate gegeneinander getestet wurden, haben gezeigt, dass mit Blick auf Wirksamkeit und Dosierung keine gravierenden Unterschiede zwischen den Medikamenten bestehen. Einen ausführlichen Überblick zu Vergleichsstudien findet sich im entsprechenden MS-Leitlinienkapitel.Zu Therapiebeginn mit Interferon-beta klagen Patienten teilweise über grippeähnliche Nebenwirkungen wie Fieber und Schüttelfrost, die sich in der Regel in den ersten Monaten wieder legen. Zusätzlich können an den Einstichstellen bei subkutaner Gabe Hautreizungen auftreten. Blut- und Leberwerte sind gelegentlich verändert. Im Behandlungsverlauf müssen Patienten nicht mit neuen, schwerwiegenden Komplikationen rechnen. Die Langzeitdaten zu allen Interferon-beta-Präparaten bestätigen die Sicherheit dieser Substanz auch nach mehrjähriger Therapie.
