Fingolimod: in der EU nur bei hoher Krankheitsaktivität zugelassen
Fingolimod ist seit März 2011 in der EU zur Behandlung der hochaktiven, schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose zugelassen. Gilenya, so der Handelsname, ist ein Medikament, das in Tablettenform eingenommen wird.
Wirkweise von Fingolimod
Die Substanz bindet an den sogenannten Sphingosin-1-Phosphatrezeptor. Das Rezeptorsystem ist breit im Körper exprimiert und sorgt unter anderem dafür, dass Entzündungszellen am Auswandern aus den Lymphknoten gehindert werden und es zu einer Umverteilung von Lymphozyten aus dem Blut in die lymphatischen Organe kommt.
Zulassungsstudien belegen Wirksamkeit
Ausschlaggebend für die Zulassung von Fingolimod waren zwei große Studien (TRANSFORMS und FREEDOMS), in denen nachgewiesen werden konnte, dass die Substanz die jährliche Schubrate und verschiedene MRT-Parameter der ZNS Entzündung sowohl im Vergleich zu Placebo als auch zu Interferon-beta 1a signifikant günstig beeinflusst. Auch die Behinderungsprogression war in der placebokontrollierten Studie signifikant beeinflusst.
Nebenwirkungen: Infektionen des Gehirns möglich
Nebenwirkungen zeigten sich in den Phase-III-Studien in Form von Influenza-Infektionen, Kopfschmerzen, Durchfällen, Rückenschmerzen, Erkältungen, erhöhte Leberwerte und Lymphopenien. In der TRANSFORMS-Studie sind darüber hinaus zwei Todesfälle in Folge von Herpesvirusinfektionen aufgetreten. Allerdings wurden diese Patienten mit einer höheren Dosis behandelt als die nun zugelassene.