Magnetresonanztomographie: unerlässlich bei MS-Diagnostik

Bei der Diagnosestellung einer Multiplen Sklerose nimmt die Magnetresonanztomographie (MRT) einen wichtigen Stellenwert ein. Bereits im frühen MS-Stadium können mithilfe von MRT-Bildern ZNS-Veränderungen im periventrikulären Marklager nachgewiesen werden. Allerdings lässt sich die Diagnose einer MS nicht mit MRT allein stellen, zudem erlaubt die MRT auch keine Differenzierung zwischen klinisch isoliertem Syndrom (KIS), RRMS oder SPMS. Dazu bedarf es weiterer klinischer Untersuchungen.

Swanton-Kriterien für frühzeitige Diagnosestellung

Die Magnetresonanztomographie gibt Neurologen auch wichtige Auskünfte über die Krankheitsaktivität, woraus sich wiederum Prognosen für den Patienten ableiten lassen. Mit der Überarbeitung der McDonald-Kriterien hat sich eine europäische Arbeitsgruppe von MRT-Spezialisten (MAGNIMS) zudem für die Vereinfachung der bisher verwendeten MRT-Kriterien nach Barkhof ausgesprochen. Wesentliche Grundlage hierfür sind Studien, die die Sensitivität sowie die Spezifität der MRT im Hinblick auf die MS-Diagnose geprüft haben. Swanton und Kollegen konnten hierbei zeigen, dass trotz der Vereinfachungen der Kriterien für örtliche und zeitliche Dissemination die Sensitivität und Spezifität der Originalkriterien nicht beeinträchtigt werden (siehe Grafik rechts). Damit wird auch eine frühzeitigere Diagnosestellung möglich.

MRT-Standardisierung verbessert Qualität

Um zu vermeiden, dass durch gerätetechnische Einstellungen, Lage des Patienten, Gewebekontrast u.ä. Veränderungen in der Darstellung der T2-Läsionenlast unter Umständen fehlinterpretiert werden, ist es sinnvoll, standardisierte Aufnahmeverfahren einzusetzen. Die Task Force „Bildgebung“ beschäftigt sich innerhalb des KKNMS mit der MRT-Standardisierung, um so langfristig die Qualität der Untersuchung zu sichern.