MS-Nachwuchswissenschaftlerin geehrt

Dr. Klarissa Hanja Stürner erhält den Forschungspreis der Eva und Helmer-Christoph Lehmann Stiftung

Berlin/München, 31.10.2018 – Die Wissenschaftlerin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein untersuchte mit ihren Kollegen die Rolle von Weihrauch als antientzündliche Therapie bei Patienten mit schubförmig-remittierender Multiplen Sklerose. „Die Arbeit von Frau Stürner ist angesichts der Untersuchung einer potentiellen neuen Therapiemöglichkeit der MS hochgradig relevant und interessant. Sie zeichnet sich durch ihren translationalen Ansatz sowie eine hochrangige Publikation im Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry aus. Der hohe Eigenanteil der Erstautorin durch die Verantwortung für die gesamte Studie ist bemerkenswert“, so Prof. Ralf Gold, Mitglied der Jury des Lehmann-Preises und Vorstandsvorsitzender des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS).

Zum vierten Mal wird ein Nachwuchswissenschaftler mit dem Lehmann-Preis geehrt. Im Rahmen des KKNMS-Symposiums auf dem DGN-Kongress in Berlin verlieh Prof. Ralf Gold heute die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung an Dr. Klarissa Hanja Stürner.

Die Wissenschaftlerin konnte zeigen, dass die orale Einnahme von Weihrauchextrakt eine signifikante Reduktion von mehr als 60 Prozent der entzündlichen Krankheitsaktivität im MRT bewirkt, gemessen als Anzahl der kontrastmittelanreichernden Läsionen. Ebenso wurden durch die Behandlung die Anzahl neuer T2-Läsionen reduziert und die Progression der Hirnatrophie abgeschwächt. Auch eine positive Veränderung der immunologischen Parameter konnte erreicht werden, u.a. ein Anstieg der regulatorischen T-Zellen, ein Rückgang IL-17 produzierender CD8+-T-Zellen und ein Anstieg IL-10 produzierender CD8+-T-Zellen. „Weihrauch hat somit ein sehr interessantes Potential in der Frühtherapie der Multiplen Sklerose bei wenig betroffenen Patienten, welches in einem nächsten Schritt in einer placebokontrollierten Studie weiter untersucht und bestätigt werden muss“, so Dr. Klarissa Hanja Stürner über ihre Forschungsergebnisse.

Stürner studierte Medizin an der RWTH Aachen sowie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dort promovierte sie und begann ihre Facharztausbildung an der Universitätsklinik Tübingen. Von 2008 bis 2017 war sie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig, wo auch die vorliegende Studie entstand. Seit 2016 leitet sie als Oberärztin die neuroimmunologische und Multiple Sklerose Ambulanz sowie die neurologische Tagesklinik der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

Der Nachwuchsforschungspreis wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Krankheitsbezogenen Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und der DGN vergeben. Jurymitglieder sind Prof. Dr. Ralf Gold (Bochum), Prof. Dr. Christoph Heesen (Hamburg), Prof. Dr. Bernhard Hemmer (München) und Prof. Dr. Helmar Lehmann (Köln). Gestiftet wird der Preis von der Eva und Helmer-Christoph Lehmann Stiftung. Mit der Vergabe des Preises soll die Suche nach Ursachen und wirksamen Therapien gegen die Multiple Sklerose unterstützt werden und innovative Ansätze junger Wissenschaftler gefördert werden.

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